Gebet

Gebetet werden kann während aller Angebots- und Unterstützungsformen, so auch während der Telefonseelsorge als Gebet. Was geschieht beim Beten und wie sollen wir beten? Dazu einige Textauszüge aus der Bibel und durch Jakob Lorber:

Entscheidend für das christliche Gebet, auch im Hinblick auf seine Erhörung, ist der Einklang des Beters mit dem Willen Gottes. Denn alles ist möglich nur für den, der glaube [Mk 9,23], also auf Gott vertraue. Dann gelte: „Bittet, so wird euch gegeben“ [Mt 7,7]. Aber man soll eben zuerst nach der Herrschaft Gottes streben, dann wird einem alles das, worum sich der Mensch sorge, zufallen [Mt 6,33]. Herrschaft Gottes bedeutet, Jesus als Herrn [1. Korr. 8,6] anzuerkennen, denn er und Gott sind eins [Joh. 10,30]. In Matthäus 22,34 - 40 fordert Jesus auf, „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt“ (5. Mose, 6,5). 38 Dies ist das höchste und größte Gebot. 39 Das andere aber ist dem gleich: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst“ (3. Mose 19,18). Wir sollen den Menschen das tun, was man will, dass es einem die Leute tun, also was man von ihnen erwarten würde [Mt 7,12]. Also kann der Mensch mit seinen Nöten immer wieder im Gebet zu Jesus, unserem Vater und Herrn (Johannes 14,6), mit Ihm ins Gespräch kommen und Ihn um alles das bitten, was er täglich benötige. Er muß nur glauben und vertrauen. Das Gebet beinhaltet nicht nur Anbetung, Dank und Bitte oder Fürbitte, der Bittcharakter bildet oft nur einen Aspekt des Gebetes. Gebetsinhalte sollten keine oberflächliche Bitten um bequeme Dinge sein, die man sich gerade wünscht. Auch kann man nicht gegen den anderen beten.

Im Gebet tritt der Beter in Kontakt mit Gott. Er führt ein Zwiegespräch mit Gott und vertraut auf das Bibelwort, dass Gott selbstverständlich genauestens weiß, was der Betende benötigt: „Denn euer Vater weiß, was ihr nötig habt, ehe ihr ihn bittet“ [Mt 18, 10 - 14]. So ist die eigentliche Grundform allen christlichen Betens Anbetung: Die alles Begreifen übersteigende Herrlichkeit Gottes und Seinen Willen erkennen. In Matthäus 10,33 sagt Jesus: „… wer immer mich aber vor den Menschen verleugnet, den will auch Ich vor meinem Vater verleugnen, der in den Himmeln ist …“ Dies zeigt an, das zur Gebetserhörung tätiger Glaube erforderlich ist.

Aber in Matthäus 7, 21 sagt der Herr: „Es werden nicht alle, die zu mir sagen: Herr, Herr!, in das Himmelreich kommen, sondern die den Willen tun meines Vaters im Himmel.

Durch Jakob Lorber sagt der Herr:

[GS.02_024,02] Ihr möchtet wohl wissen, wie solche Menschen nun beten? Solche Menschen beten in ihrer Art also, wie ihr betet in eurer Art. Sie beten zu Gott, dem allerhöchsten Herrn Himmels und der Erde. Ihr Gebet ist eine Bitte, welcher der lebendige Wunsch innewohnt, daß ihnen der Herr dies geben möchte, um was sie Ihn bitten. Ihr betet nach eurer Art, wohlgemerkt, wenn ihr wahrhaft betet, in eurem Herzen, und begleitet euer Gebet ebenfalls mit dem Wunsche des Erhörens eurer Bitte, in welcher eigentlich das Gebet besteht.

[GEJ.07_085,16] Was aber das Beten zu Gott betrifft nach der Art der Juden, so hat solches nicht nur gar keinen Wert vor Gott, sondern es ist das ein Greuel vor Ihm. Was soll das lange Lippengeplärr vor Gott dem Allerweisesten bewirken, und besonders dann, wenn es noch bezahlt werden muß an gewisse privilegierte Beter, die dann für andere beten, weil ihr Beten etwa allein kräftig und wirksam sei?! Ich aber sage euch: So tausend solche Beter tausend Jahre lang ihre Gebete Gott vorplärren würden, da würde sie Gott noch weniger erhören als das Geplärr eines hungrigen Esels; denn solch ein Gebet ist kein Gebet, sondern ein wahres Gequake der Frösche in einem Sumpfe, da es keinen Sinn und keinen Verstand hat und nie haben kann.

[GEJ.07_085,17] Gott ist in Sich ein Geist von höchster Weisheit und hat den allertiefsten und lichtvollsten Verstand und ist die ewige Wahrheit selbst. Wer also zu Gott wirksam beten will, der muß im Geiste und in der Wahrheit beten. Im Geiste und in der Wahrheit aber betet der, der sich in das stille Liebekämmerlein seines Herzens begibt und darinnen Gott anbetet und anfleht. Gott, der alle Herzen und Nieren durchforscht, wird auch in eure Herzen um so mehr schauen und gar wohl erkennen, wie und um was ihr betet und bittet, und wird euch auch geben, um was ihr also wahrhaft im Geiste und in der Wahrheit gebetet habt.

[GEJ.07_085,18] Das vollends wahrhafte Gebet aber besteht in dem, daß ihr Gottes Gebote haltet und aus Liebe zu Ihm Seinen Willen tut. Wer also betet, der betet wahrhaft und betet ohne Unterlaß. Also aber beten auch alle Engel der Himmel Gott ohne Unterlaß an, da sie allzeit den Willen Gottes tun.

[GEJ.07_085,19] Gott will nicht mit euren Psalmen und Psaltern und Harfen und Zimbeln und Posaunen, sondern durch euer reges und unverdrossenes Handeln nach Seinem Worte und Willen angebetet, verehrt und gepriesen sein.

[GEJ.07_085,20] Wenn ihr Gottes Werke betrachtet und darin stets mehr und mehr Seine Liebe und Weisheit erforschet und erkennet, dadurch in der Liebe zu Ihm wachset und selbst in euch weiser und weiser werdet, so betet ihr auch wahrhaft und bringet Gott ein rechtes Lob dar; alles andere aber, was ihr bisher unter Beten verstandet, ist völlig leer, nichtig und wertlos vor Gott.

[GEJ.07_085,21] Nun wisset ihr, was wahrhaft fasten und beten heißt, und fraget nicht mehr, warum nun nach Meiner Lehre Ich und Meine Jünger nicht fasten und beten nach Art der blinden Juden und Pharisäer. Wir aber fasten und beten im Geiste und in der Wahrheit ohne Unterlaß, und es ist sonach sehr albern, Mich zu fragen, warum das Beten und Fasten von uns nach eurer alten und nichts werten Art unterlassen wird.



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